Politik

Nordkorea ist das isolierteste Land der Welt. Deswegen hält es sich in Sachen Politik sehr zurück. Klar ist, dass Nordkorea eine absolute Diktatur ist. Auch wenn es das abstreitet und sich als sozialistisch bezeichnet. Außerdem verfolgt Nordkorea die Juche-Ideologie (gesprochen: Dschutsche). Diese wurde von dem verstorbenen Kim Il Sung entwickelt. Nach dieser Ideologie hat der Staat die Aufgabe, politsche, wirtschaftliche und militärische Unabhängigkeit zu gewährleisten. Damit begründet Nordkorea übrigens auch seine Isolierung gegenüber dem Ausland. Alle vier Jahre gibt es in Nordkorea eine Wahl. Bloß wofür die gut sein soll, weiß keiner so richtig. Pro Wahlkreis darf nämlich nur ein Kandidat antreten. Und der wird auch noch von der Regierung ausgesucht. Das Ergebnis der letzten Wahl: 100% Wahlbeteiligung, 100% für Kim Jong Un. In Nordkorea wird die Bevölkerung seit den 50ern in drei Kategorien eingeteilt: die "Genossen", also regimetreue Bürger, "schwankende" und "feindlich gesinnte Personen". Zu den "Genossen" gehören zum Beispiel Arbeiter, die in einer Arbeiterfamilie leben. Ganz besonders aber Kriegshelden aus dem Koreakrieg. "Schwankende Personen" sind zum Beispiel ehemalige Händler und Handwerker. Und zu den "feindlich gesinnten Personen" gehören vor allem Leute, die Symphatien mit Nordkoreas Feinden haben. Allerdings auch gläubige Christen und Buddhisten. Ja, so 'n Gott könnte echt Konkurrenz sein für Kim Jong Un.

Außenpolitik

Ganz besonders in der Außenpolitk ist Nordkorea sehr isoliert. Die einzigen Länder, mit denen Nordkorea zu tun hat, sind China, der Iran, Russland und Kuba. Am meisten Einfluss hat aber ganz klar China. Deswegen wird China auch oft als der "große Bruder" von Nordkorea angesehen. Richtige Verbündete hat Nordkorea aber trotzdem nicht. Selbst China kritisiert Nordkoreas Vorgehen. Vor allem die Drohungen gegen... quasi den Rest der Welt. Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea übrigens noch im Kriegszustand. Denn nach dem Koreakrieg wurde nie ein Friedensvertrag abgeschlossen. Und Nordkorea verhält sich auch nicht gerade so, als hätte es vor, das nachzuholen. Immer wieder liest man von Drohungen von nordkoreanischer Seite. Aber wofür das Ganze? Nordkoreanische Flüchtlinge haben dafür eine Theorie: Nämlich, dass Nordkorea Sanktionen provozieren will. Und zwar um diese vor dem Volk als ungerecht dargestellen zu können. Kim Jong Un möchte also die Unterstützung seines Volkes behalten, um seine Macht nicht zu verlieren. Erst Ende Januar fand übrigens Kim Jong Uns erster Auslandsbesuch statt. Und zwar nach Russland. Russland wollte nämlich eine Pipeline durch Nordkorea verlegen.

Militär

Die nordkoreanische Armee ist zahlenmäßig eine der größten der Welt. Denn sie hat 1,3 Millionen aktive Soldaten. Damit ist es eines von nur fünf Ländern auf der Welt, das in Friedenszeiten über 1 Millionen Soldaten hat. Sonst haben das nur Länder mit deutlich mehr Einwohnern. Nämlich China, Indien, den USA und Russland. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl hat Nordkorea also auf jeden Fall mit Abstand die größte Armee der Welt. Auch was die Finanzen angeht, hält Nordkorea den Rekord: rund 25% des Staatsgeldes gehen an das Militär. Aber der Schein trügt – die nordkoreanische Armee gehört zu den rückständigsten der Welt. Die Ausrüstung ist sehr schlecht, da Nordkorea in keiner guten wirtschaftlichen Lage steckt. Nicht umsonst leiden Großteile der Bevölkerung an Hunger. Die Panzer und Flugzeuge Nordkoreas befinden sich technisch in etwa auf dem Stand der 60er Jahre. Aber Nordkorea entwickelt eigene Nuklearwaffen. Das wird damit begründet, dass man sich verteidigen können muss, wenn die USA sie angreifen. 2012 ernannte sich Nordkorea dann auch ganz offiziell zur Atommacht.

Propaganda

Klären wir erst einmal, was genau Propaganda eigentlich ist. Bei der Propaganda wird versucht, eine öffentliche Meinung zu erschaffen. Ein gutes Beispiel dafür ist die antisemitistische Propaganda aus der Nazi-Zeit. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Es kann nicht nur gegen jemanden gehetzt werden, sondern auch jemand als gottgleich dargestellt werden. Und was in Deutschland schon ein Weilchen her ist, das macht Nordkorea heute noch. Dort gibt es grob zwei Arten von Propaganda: die für das Volk und die für das Ausland. Die Einwohner Nordkoreas werden quasi einer Gehirnwäsche unterzogen – überall wimmelt es nur so von Propaganda. Vor allem in der Hauptstadt Pjöngjang findet man überall Statuen und Bilder von den großen Führern. Und auch das Fernsehen dient nur diesem Zweck. Es gibt nur einen Sender, und auf dem werden rund um die Uhr riesige Militärparaden ausgestrahlt. Auch in der Schule dreht sich natürlich alles um die großen Führer. Die Frage ist, ob die Bevölkerung wirklich das glaubt, was die Regierung ihr sagt, oder ob sie gezwungenermaßen so tut. Denn Gedanken lesen kann selbst Kim Jong Un nicht. Noch nicht. Aber vor allem nach außen hin will Kim Jong Un sein Land ins beste Licht stellen. Dazu gehören nicht nur die riesigen Militärparaden, die zeigen sollen, dass man sich besser nicht mit den falschen anlegen sollte, sondern noch viel mehr. Es soll vermittelt werden, dass das Volk Kim Jong Un mehr als die eigene Familie liebt. Diese Menschen "trauern" gerade um den Tod von Kim Jong Il. Das Galileo-Team war auch in Nordkorea. Und es wurde natürlich auch hier versucht, Nordkorea als das tollste Land der Welt darzustellen.